Digitale Innovationen & Entrepreneurship

Trackbeschreibung

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind zu einer immer wichtigeren Treiber für neuartige und oft bahnbrechende Innovationen geworden. Digitale Innovationen verändern Produkte, Dienstleistungen und ganze Geschäftsmodelle.

Dabei haben verschiedene technologische Entwicklungen wie das Internet der Dinge (IoT) oder die Künstliche Intelligenz (KI) das Potenzial, die Art und Weise der Wertschöpfung nachhaltig zu verändern. Diese Entwicklungen betreffen alle Branchen, da sie nicht mehr auf IT-bezogene Industrien beschränkt sind, sondern mittlerweile auch traditionelle Produkt- und Dienstleistungsbranchen sowohl im Business-to-Business- als auch im Business-to-Consumer-Bereich berühren.

So wird beispielsweise der Maschinenbauer Bosch durch die Einführung einer digitalen Plattform mit dem Namen “Bosch IoT Suite” zum Plattformanbieter. Auf dieser Plattform können Bosch, seine Kunden und Partner eine breite Palette von IoT-Lösungen aufbauen, die mehr als 10 Millionen Sensoren, Geräte und Maschinen miteinander verbinden. Andere Plattformbetreiber wie Apple (mobile Apps), Steam (Online-Spiele) oder Mozilla (Browser) öffnen bewusst ihre Ökosysteme und ermöglichen es externen Unternehmern von Drittanbietern, das Kernprodukt der Plattform um Funktionen (z.B. Apps, Spiele, Add-ons oder Kampagnen) zu erweitern und bieten damit Unternehmern und innovativen Ideen einen noch nie dagewesenen Zugang zu einem globalen Markt.

Netflix, ursprünglich ein Videoverleih, der seine Filme per Post verschickte, ist heute nur noch die Spitze des Eisbergs, wenn es um die Untersuchung von Unternehmertum und digitalen Innovationen geht, die durch künstliche Intelligenz vorangetrieben werden. Dabei optimiert Netflix nicht nur seine Empfehlungssysteme durch den Einsatz von KI. Stattdessen nutzen die Teams maschinelles Lernen für mehrere Phasen der Wertschöpfung:

● Während der Vorproduktion zur Verbesserung des Location-Scoutings (d.h. Hilfe bei der Entscheidung, wo und wann ein Filmset am besten zu drehen ist),

● In der Postproduktion, um vorherzusagen, wann eine manuelle Überprüfung am vorteilhaftesten ist,

● Und bei der Bereitstellung von Inhalten an seine Kunden, um die Bandbreitennutzung vorherzusagen, was Netflix dabei hilft, zu entscheiden, wann regionale Server für schnellere Ladezeiten bei Nachfragespitzen zwischengespeichert werden sollen.

Aufgrund neuer und neu entstehender Ökosysteme und neuer technologischer Möglichkeiten müssen traditionelle Unternehmen ihre Geschäftsmodelle regelmäßig hinterfragen und möglicherweise anpassen oder neue Geschäftszweige aufbauen, um zu überleben. Corporate Entrepreneurship und die Möglichkeit, digitale Innovationen innerhalb traditioneller Unternehmen zu fördern, erhalten wachsende Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bieten digitale Innovationen auch die Möglichkeit, neue Lösungen als Grundlage für neue Unternehmen zu entwickeln und bestehende Unternehmen und Geschäftsnormen in Frage zu stellen. So hat die Otto Group beispielsweise die Otto Group Digital Solutions mit dem Ziel gegründet, neue und attraktive Geschäftsmodelle im Bereich der handelsnahen Dienstleistungen zu identifizieren, aufzubauen und zu etablieren.

Mögliche Themenfelder

Dieser Track wird daher die Auswirkungen digitaler Innovationen auf das Design und Verhalten bestehender und neuer Unternehmen untersuchen. Die folgende Themenliste ist weder exklusiv noch erschöpfend. Wir sind offen gegenüber verschiedenen Forschungsmethoden, da analytische, konzeptuelle, konstruktivistische, empirische und theoretische Ansätze willkommen sind.

● Neue Unternehmen auf ICT-Basis

● Management von Geschäftsmodell-Innovationen

● Neue Wege zur Finanzierung von Innovationen (z.B. Crowdfunding)

● Digitales Unternehmertum im Allgemeinen

● Organisation von digitalen Start-Ups

● Start-Ups innerhalb von Organisationen

● Digitale Unternehmenskultur, Veränderung der Dynamik von Unternehmensgründungen auf der Grundlage digitaler Geschäftsmodelle

● Reaktionen von Unternehmen auf neue Technologien

● Verhalten von Start-Ups, etablierten Firmen und Verbrauchern in neu geschaffenen digitalen Plattform-Ökosystemen

● Einfluss von unternehmerischen und innovativen Aktivitäten auf die Politik oder Regulierung der Regierung

Track Chairs

Peter Buxmann

Peter Buxmann ist Universitätsprofessor für Wirtschaftsinformatik | Software & Digital Business an der Technischen Universität Darmstadt. Er ist zudem Sprecher der Mission „Future Data Economy and Society“ im nationalen Forschungszentrum ATHENE und darüber hinaus Mitglied in zahlreichen Leitungs- und Aufsichtsgremien, u.a. im Beirat des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet Institut in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, Methoden und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz sowie das Spannungsfeld zwischen Datenökonomie und Privatsphäre. Er ist Autor von mehr als 300 Publikationen, die in internationalen Zeitschriften (z.B. Information Systems Research, Journal of Information Technology, European Journal on Information Systems, Information Systems Journal) und Konferenzbänden (z.B. International Conference on Information Systems sowie European Conference on Information Systems) erschienen sind.

Ferdinand Thies

Ferdinand Thies ist Assistenzprofessor am Institut für Entrepreneurship der Universität Liechtenstein und wurde von der Technischen Universität Darmstadt im Fach Wirtschaftsinformatik promoviert. Seine Forschungsgebiete umfassen Digitale Plattformen, Crowdfunding und Entrepreneurship. Seine Arbeiten wurde in hochrangigen Journals wie dem Journal of Management Information Systems , Journal of Small Business Management,Information Systems Journal, Journal of Information Technology, und Decision Support Systems veröffentlicht.

Associate Editors

  • Dr. Annika Baumann Universität Potsdam
  • Dr. Dennis Steininger Universität Augsburg
  • Dr. Jin Gerlach Technische Universität Darmstadt
  • Prof. Dr. Alfred Taudes WU Wien
  • Prof. Dr. Dennis Kundisch Universität Paderborn
  • Prof. Dr. Felix Wortmann Universität St. Gallen, Schweiz
  • Prof. Dr. Frank Teuteberg Universität Osnabrück
  • Prof. Dr. Georg Herzwurm Universität Stuttgart
  • Prof. Dr. Johann Kranz Ludwigs-Maximilians-Universität München
  • Prof. Dr. Katrin Möslein Universität Erlangen
  • Prof. Dr. Paul Alpar Universität Marburg
  • Prof. Dr. Peter Loos Universität des Saarlandes
  • Prof. Dr. Sabine Baumann Jade Hochschule
  • Prof. Dr. Thomas Widjaja Universität Passau
  • Prof. Dr. Jan Recker Universität zu Köln
  • Prof. Dr. Frédéric Thiesse Universität Würzburg